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Informationstafel -Wasserkraft auf dem Margarethenhof-

 

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Wasserkraft auf dem Margarethenhof

Für die historische gewerbliche Nutzung des heutigen Margarethenhofs waren die dort naturbedingt sehr reichhaltig vorkommenden Quellen sehr wichtig. Wie entstanden sie? Wer nutzte sie wofür?

In der Weichseleiszeit wurden bis vor etwa 12 000 Jahren von Gletschern aus Skandinavien Sand, Kies, Ton und Schluff sowie Gesteinsbrocken transportiert und im norddeutschen Raum abgelagert. In diesen unterschiedlichen Materialien kann entweder das Regenwasser gut nach unten versickern (Sand und Kies) oder sie sind undurchlässig und stauen es (Ton und Schluff). Dort wo ein Hang eine Wasserstauende Schicht schneidet, tritt das Wasser als Quelle aus.

Ein typisches Merkmal in Flensburg sind artesische Quellen, deren Wasser unter Überdruck aus dem Erdboden tritt. Dazu kommt es, wenn eine Grundwasser leitende Schicht zwischen zwei undurchlässigen, muldenförmigen Schichten lagert und die Stelle des Grundwasseraustrittes tiefer liegt als der Grundwasserspiegel in der leitenden Schicht (vergleiche Abbildung 1).

Abbildung 1 Schaubild über die schematische Darstellung einer artesischen Quelle
(Quelle: de.wikipedia.org)

Solche Verhältnisse bestehen am Steilhang, an dessen Hangfuß der Margarethenhof liegt (vergleiche Abbildung 2).

Abbildung 2 Schaubild über die hydrogeologische Situation im Hangbereich beim Margarethenhof; (Quelle: Landesamt für Natur und Umwelt)

Fließende Gewässer sind in Flensburg nicht selten, aber schmal und kurz. Trotzdem wurden auf Flensburger Gebiet neben 30 Wind- immerhin 24 Wassermühlen nachgewiesen. Eine der ältesten Mühlen fand bereits 1128 Erwähnung. Sie stand and er Einmündung des Mühlenstroms in die Förde. Eine Wassermühle drehte sich auch auf dem Margarethenhof.

Bis 1761 war es keinem Besitzer des Hofes erlaubt, dort ein bürgerliches Gewerbe zu betreiben. Bis dahin wurde die Wasserkraft für den Eigenbedarf sowie für Gartenanlagen genutzt, wie es bei herrschaftlichen Sitzen üblich war. Erst Peter Holst durfte eine Seifensiederei einrichten, deren Rührkessel und Mahlsteine er mit Wasserkraft zu betreiben gedachte. Auch sein Bruder Matthias, Gründer einer Zuckerei (vergleiche nebenstehende Tafel) sowie deren Erben benutzten zum Stampfen und Pressen des Zuckerrohres mechanische Vorrichtungen, die neben Steinkohle und Torf wahrscheinlich mit Wasserkraft betrieben wurden.

Ein Photo zeigt den heutigen Brunnen vor dem Margarethenhof

Thomas Englisch kaufte 1829 den Zuckerhof. Er nutzte eine direkt nordöstlich des Hauses entspringende Quelle zum Antrieb einer 5-PS-Turbine für seine Schleiferei und Dreherei sowie für ein Gebläse seiner Eisengießerei (Abbildung 3)

Abbildung 3 zeigt ein Photo des damaligen Margarethenhofs, welches mit seinem Gartengrundstück direkt am Wasser lag. Hinter einem Nebenhaus befanden sich Staubecken und Wasserrad. Im Flachdachgebäude vorn stand die Turbine Th. Englischs (Quelle: Flensburg in Bild und Wort)

1839 kam die Tuchwalkerei und Färberei des Kaufmanns Dietrichsen dazu. Im Wechsel mit der Turbine der Eisengießerei wurde ein bis 1912 vorhandenes 26 Fuß großes Wasserrad bewegt. Anschließend floss das Wasser in den nur 50 Schritt entfernten Hafen!

Ab 1842 übernahm NIkolaus Jepsen den Hof und baute ihn aus. In der bis nach Schweden und Preußen exportierenden Eisengießerei lieferte eine Wassertubine mit vorgelartem Teich die Kraft für das Gebläse. Wurde nicht gegossen, trieb die Turbine Schleifsteine und Drehbänke an. Bald reichte die Turbine nicht mehr. Jepsen kaufte eine Lokomobile (bewegliche Dampfmaschine) für das Gebläse. Nun konnte die Wasserturbine durchgehend die Drehbänke am Laufen halten.

Neben der Wasserkraft wurde ab 1861 einige Jahre auch eine Windmühle eingesetzt, die auf dem Dach der Gießerei stand. Sie trieb die Kohlenmühle an, mit der man Kohlepulver für die Sandformerei herstellte. Mit Kohle betriebene Dampfmaschinen lösten die Wasserkraft ab.

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