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Über den Bundesselbsthilfe Verband Kleinwüchsiger Menschen

21. Februar 2013, von «Redaktion»

Kleinwüchsige berichtet über den Kauf ihres Autos

Über den Bundesselbsthilfe Verband Kleinwüchsiger Menschen

Barrierefrei bedeutet, dass Gegenstände. Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können.

Der Bundessselbsthilfe Verband Kleinwüchsiger Menschen e.V. veranstaltete im Rahmen seines Bundeskongresses das Seminar“ Chancengleichheit“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich mit dem Thema Barrierefreiheit ausführlich auseinander gesetzt. z.B.  im öffentlichen Verkehrsraum.
Automaten für Parkscheine oder öffentliche Verkehrsmittel sind für Kleinwüchsige oft nicht bedienbar. Alle Automaten sollten in einer Höhe von 85 cm. angebracht werden. Selbstständiger Ein- bzw. Ausstieg in Bahnen/ Busse muss durch Fahrzeug gebundene Einstiegshilfen möglich sein. Niederflurbusse bieten die beste Einstiegsmöglichkeit für Menschen mit Kleinwuchs. Fahrpläne müssen tiefer oder schräg angebracht werden.
Die Schwimmbäder sollten Duschen mit abnehmbarem Duschkopf haben.
Auch Zapfsäulen sollten handhabbar für Menschen mit Kleinwuchs sein. Die Packstationen der Post sind nicht bedienbar, weil der zu bedienende Bildschirm und die Höhe der Fächer nicht nutzbar sind, die Bedienhöhe müsste 85 cm. betragen.
Dies waren nur wenige Beispiele, die ein normales  Leben für Rollstuhlfahrer oder Kleinwüchsige Menschen möglich machen könnten.
Im Bundesselbsthilfe Verband für Kleinwüchsige Menschen e.V. können Menschen mit Kleinwuchs im gegenseitigen Austausch für ihre alltäglichen Situationen Lösungen erfahren.
Was kann der betreffende tun, wenn er sich über eine Barriere im Alltag ärgert. Wenden sie sich in ihrer Stadt an den Beirat von Menschen mit Behinderung der Kommune oder die Beauftragte/ den Beauftragten von Menschen mit Behinderung.

Sandra Wiese ist Kleinwüchsig und berichtet über den Kauf ihres Autos

Anfang 2012 überlegte ich, ob ich mein Auto noch einmal reparieren lasse und TÜV-tauglich mache oder ob ich mir doch ein neues Auto kaufen sollte.
Nach genauerem Abwägen der Mängel am Auto kam ich zum Entschluss mir ein neues Auto anzuschaffen, was im Nachhinein auf jeden Fall die richtige Entscheidung war.
Im Februar besorgte ich mir  den Antrag auf Zuschuss zum Autokauf und Übernahme der Umbaukosten gemäß der Verordnung über Kraftfahrzeughilfe zur beruflichen Rehabilitation (Kfz HV)

(http:// www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/kfzhv/gesamt.pdf).
Eine Kraftfahrzeughilfe steht jemandem zu, wenn infolge der Behinderung zum Erreichen des Arbeits-oder Ausbildungsplatzes ein Fahrzeug erforderlich ist. Diese Person muss also noch im Beruf stehen, damit er den Zuschuss erhält.
Da mein Auto älter als 5 Jahre war konnte ich einen neuen Antrag stellen. Beim Kauf eines Fahrzeug werden die notwendigen Umbaukosten komplett übernommen und der Zuschuss zum Auto wird nach dem Verdienst des jeweiligen Antragsstellers errechnet, jedoch nur bis zur Höchstgrenze von 9.500,00 €, außer es besteht eine besondere Schwere der Behinderung, so dass man sich einen größeren Wagen als die Mittelklasse kaufen muss (z.B. für Rollstuhlfahrer).
Danach kümmerte ich mich um die dazugehörigen Unterlagen. Ich fuhr  zuerst zum Autohändler, um mir ein Angebot für einen Neuwagen zu holen.
Das Auto sollte ein Automatikgetriebe und eine Standheizung  besitzen. Eine Standheizung wollte ich im neuen Auto mit beantragen, da ich im Winter nicht an die Frontscheibe zum Enteisen komme. Diese zwei Preisangaben für das Automatikgetriebe und die Standheizung wurden vom Autohändler separat aufgelistet, weil diese zu den Umbaukosten zählen.
Der Autohändler gab mir einen Schwerbehindertenrabatt von 18% auf den Gesamtpreis. Verschiedene Autohäuser geben beim Kauf eines Neuwagens einen Rabatt von ca. 15 – 20 %. Das lohnt sich dann. Ich habe zuerst nach einem Jahreswagen geschaut. Damit wäre ich jedoch teurer weggekommen, als beim Kauf eines Neuwagens.
Der Autohändler arbeitet mit der Umbaufirma REHA-Group in Hilden zusammen, sodass ich auch dort hinfuhr, um mich beraten und ein Angebot  für die restlichen Umbauten am Fahrzeug einzuholen.
Die Umbaufirma wollte mich umstimmen, doch auf Fußgasbetrieb zu wechseln. Da ich aber seit elf Jahren mit einem Handbedienungsgerät fahre und  mich damit sicher fühle, habe ich mich entschieden weiterhin mit einem Handbedienungsgerät zu fahren.
Ansonsten hätte ich nämlich noch ein paar Fahrstunden nehmen und so eine Art „kleine“ Fahrprüfung ablegen müssen. Dazu hatte ich schon mal gar keine Lust.
Zusätzlich zum Automatikgetriebe und der Standheizung benötige ich noch folgende Umbauten von der Umbaufirma:

•    Einen angepassten Fahrersitz mit verkürzter Sitzfläche,  damit ich durch meine kürzeren Beine eine angenehme Sitzposition habe. Die Beine bekommen einen rechten Winkel und hängen während der Fahrt nicht rum. Dieser Sitz ist elektrisch verstellbar. Man kann ihn in der Höhe, nach vorne und hinten verstellen.
•    Ein erhöhtes Trittbett, wo ich meine Füße draufstellen kann.
•    Ein Handbedienungsgerät, was an der rechten Seite angebracht wird. Dieses Handbedienungsgerät betätigt durch herunter und gegendrücken die Gas geben und Bremsfunktion. An diesem Gerät ist noch zusätzlich eine Feststellbremse angebracht, damit ich an der Ampel oder im Stau die Hand entlasten kann, während der Wagen im Stillstand ist. Der Blinker ist ebenfalls eingebaut. Man hätte noch mehr Funktionen am Handbedienungsgerät (Lichtschalter, Scheibenfischer etc.) einbauen können, aber das brauche ich nicht. Desto mehr kann dann auch an der Elektronik kaputt gehen.
•    Einen Lenkknauf, damit ich besser mit einer Hand lenken kann.
•    Einen Kofferraumgurt, damit ich den Kofferraum auf und zu bekomme.
•    Eine Klebeschutzfolie am Türschweller an der Fahrerseite, damit beim Ein- und Aussteigen  drauftrete.

Nach dem ich nun Anfang März alle Unterlagen (Kosten für das Auto und die Umbauten) zusammen hatte, schickte ich die Antragsunterlagen (G140 und G141 Kfz. HV) zur gesetzlichen Rentenversicherung. Da ich über 15 Jahre im Berufsleben stehe, sind diese für mich zuständig. Unter 15 Jahren ist es die Agentur für Arbeit.
Nach einigem Hin und Herschreiben  mit  der Rentenversicherung bekam ich Ende April die Zusage auf Kostenerstattung des Umbaus und Zuschuss zum  Auto. Ich bin dann zum Autohändler und habe einen Neuwagen bestellt. Dabei hatte ich Glück, das ein Fahrzeug mit Automatikgetriebe gerade vor Ort war. Es war zwar nicht ganz die gewünschte Farbe, aber ansonsten hätte ich warten müssen bis der Wagen neu gebaut wäre. Dies hätte dann ca.3 – 4 Monate gedauert. So lange wollte ich nun nicht mehr warten, da mein altes Auto immer mehr Probleme machte  und ich Angst hatte das mir die Kiste irgendwann um die Ohren fliegt. Von daher habe ich mir die Farbe noch mal beim Autohändler angeschaut und überlegt, dass es ein guter Kompromiss ist, denn ich wollte auf jeden Fall etwas dunkles, nach dem ich elf Jahre ein weißes Auto gefahren habe. Nun ist es ein dunkelroter Toyota Yaris geworden. Mit der Farbe  habe ich mich mittlerweile auch prima angefreundet.
Jetzt wurde vom Autohändler die  Standheizung noch eingebaut, sodass Mitte Mai das Auto noch angemeldet  werden konnte. Danach wurde es durch einen Transporter nach Hilden zur Umbaufirma  gebracht.
Nachdem dann einige Zeit vergangen war und ich da nachgefragt hatte, musste ich zur Anprobe bzw. Abmessung meiner Körpermaße, damit die Umbauteile nach meinen Wünschen angepasst werden konnten.
Da mein altes Auto in der Zeit nun fast ganz den Geist aufgegeben hatte, hoffte ich nun, dass das neue Auto bis zum Bundestreffen Mitte Juni fertig wurde. Mit dem alten Wagen wäre ich die ca. 330 km eine Strecke bis nach Heilbad Heiligenstadt nicht mehr gekommen. Die Umbaufirma erhörte meinen Wunsch und arbeitete zügig, sodass der Autohändler am Wochenende vor der Abreise mein Auto wieder abholen konnte. Bis dahin war das Auto auch schon mit den Umbauten durch den TÜV geprüft und in die Papiere eingetragen worden.

De Autohändler wollte dann noch montags den Wagen reinigen und ich hätte den Wagen Dienstagvormittag abholen können, wenn alles ordnungsgemäß verlaufen würde. Ordnungsgemäß verlaufen heißt, dass das Geld von der Rentenversicherung auf dem Konto vom Autohändler ist. Bevor das Geld nicht verbucht war, wollten die mir auch nicht das Auto herausgeben. Meinen privaten Anteil den ich zahlen musste, hatten die aber von mir komplett erhalten. Nach mehreren Telefonaten an dem Freitag mit der Rentenversicherung bekam ich heraus, dass das Geld von denen am Freitagmittag raus ging. Nun hing es nur noch an der Bank, wie schnell die Überweisung bei der Autobank verbucht wurde.
Montags beim Autohändler angerufen kein Geld da. Dienstagvormittag angerufen kein Geld da. Langsam bekam ich  Panik, da ich das Auto am Mittwochmorgen für die Fahrt zum Bundestreffen brauchte. Vorher wollte ich das Auto aber ein wenig kennen lernen und testen, bevor ich eine weite Strecke fahre. Verena wollte doch auch mitfahren. Wir hatten uns aber schon, wenn alle Stricke reißen würden, einen Notfallplan ausgedacht, wie wir dann nach Heiligenstadt kommen. Aber diesen Weg wollten wir ja nicht gehen. Das wäre uns wesentlich teurer gekommen und auch umständlicher. Wir hätten 3- 4 mal umsteigen müssen.
Da ist es im Auto doch wesentlicher bequemer und man kann dann Pausen einlegen, wann und wo man will.
Aber mein Glück  war,  dass der Beamte von der Rentenversicherung auf meinen Wunsch hin so nett war, eine Bestätigung mit der Zahlung zum Autohändlerin  zufaxen, dass das Geld definitiv am Freitag raus gegangen sei.
Nach meinem erneuten verzweifelten Anruf gegen Dienstagmittag hielt der Verkäufer, vom Autohaus, da das Geld immer noch nicht auf dem Konto verbucht war , Rücksprache mit der Geschäftsleitung und ich bekam dann doch noch grünes Licht. Ich durfte das Auto um 14:00 Uhr abholen. Ich erhielt aber als allerletzte Sicherheit für den Autohändler,  den Fahrzeugbrief erst nach der Verbuchung des Geldes. Dieser lag dann nach dem Bundestreffen in meinem Briefkasten.
Nun konnte ich doch noch ein bisschen üben um das Auto ein wenig kennen lernen, bevor am Tag danach die erste größere Fahrt mit dem neuen Auto losging. Diese zwei Wochen waren eine reinste Nervenkiste, ob das alles noch klappt (fertiger Umbau, Bezahlung durch die Rentenversicherung), so wie man sich das vorstellt, denn ich wollte ja unbedingt mit dem Auto zum Bundestreffen fahren.
Aber, alles wird gut, wenn man nur daran glaubt.

PS.: Ich habe noch  mein altes Handbedienungsgerät ( nur mit Feststellbremse), Baujahr 2001, kostenlos abzugeben. Das war in einem Peugeot 206 eingebaut. Denke jedoch, dass  man das auch in andere Automarken einbauen kann. Es war bis zum Autoverkauf voll funktionstüchtig. Falls jemand ein Handbedienungsgerät  benötigt und keinen Zuschuss zum Autoumbau bekommt, kann sich gerne an die Trotzdem-Redaktion wenden. Sie wird dann die Anfrage an mich weiterleiten.



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