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Jahrestag der Machtübernahme der Taliban

17. August 2022, von «Redaktion»

Wie geht es den Afghan*innen in Flensburg?

Symbolbild pixabay

Vor genau einem Jahr fand die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan statt.

Seither hat sich die Lebenssituation der Menschen dort drastisch verschlechtert. Sie leiden unter dem Regime der Taliban, die Rechte von Mädchen und Frauen werden massiv eingeschränkt, was Unterdrückung und Ausgrenzung zur Folge hat. Ehemalige Ortskräfte und deren Familien, sowie Journalist*innen und andere Menschenrechtler*innen werden verfolgt und leben in ständiger Angst. Landesweite Dürren führen zu Ernteausfällen und Hungerfluchtbewegungen. Korruption und Arbeitslosigkeit nehmen zu.

In Schleswig-Holstein leben über 2.500 Afghan*innen, in Flensburg sind es aktuell 685 Menschen. Bislang leben sieben Ortskräfte mit ihren Familien in unserer Stadt und weitere Familien werden zeitnah hinzukommen. Viele Afghan*innen in Flensburg, sorgen sich um Angehörige und hoffen bislang erfolglos auf einen Familiennachzug.

"Die Ukrainekrise stellt viele andere Themen in den Hintergrund. Darum ist es aktuell umso wichtiger auch andere Krisen, wie die Situation in Afghanistan, im Blick zu behalten", betont der Leiter der neuen Zentraleinheit Schutz, Integration und Teilhabe der Stadt Flensburg, Alexander Klindtworth-März.
Bessere Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe sind in den vergangenen Monaten für Afghan*innen durch den Zugang zu Berufssprachkursen und seit Januar dieses Jahres auch mit dem Zugang zu Integrationskursen entstanden. Trotz vieler Fortschritte bei der Ermöglichung von Teilhabechancen gibt es noch einiges, das verbessert werden kann - für Menschen aus Afghanistan und für viele andere Menschen, die mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus in Flensburg leben.

In Flensburg gibt es eine aktive afghanische Gemeinschaft, die 2021 den Afghanisch-Deutschen Kulturverein e.V. gegründet hat. Diese hat gemeinsam mit verschiedenen Flensburger Akteuren wie beispielsweise der Flüchtlingshilfe Flensburg e.V. und der Traumapädagogischen Initiative e.V. afghanische Familien in Flensburg in der schweren Zeit seit der Machtübernahme der Taliban unterstützt. Der Afghanisch-Deutsche Kulturverein e.V. setzt sich aktiv für die Integration in Flensburg lebender Afghan*innen sowie für interkulturelle Begegnungen ein und organisiert Projekte gemeinsam mit anderen Migrantenorganisationen in Flensburg. Aktuell führt der Verein im Rahmen des städtischen Förderprogramms "Flensburg startet durch" das Projekt "Frauen-Café - von Frauen für Frauen" durch.

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